Finninnen setzen deutschen Damen zu

Das deutsche Team biss sich die Zähne aus: Die finnischen Damen hatten sich auf diesen Gegner lange vorbereitet. Schon im Vorfeld bereiteten sie sich mit einer intensiven Video-Analyse vor, um der deutschen Auswahl Paroli zu bieten. Die Taktik ging voll auf. Am Ende stand es 0:0.

Nach dem Gewinn des Anschwimmens setzen sich die finnischen Damen am deutschen Korb fest. Nach ihrem ersten Ballgewinn spielen die Deutschen ihrerseits lange in der gegnerischen Hälfte, ohne aber torgefährlich zu werden. Die Spielerinnen wirken teilweise noch etwas tranig. Erst in der 5. Spielminute attackieren sie den Korb zum ersten Mal. Ein Tor springt dabei nicht raus, aber immerhin bleiben sie im Ballbesitz. Erst nach vier Minuten können die Gastgeberinnen den Ball zurückerobern.

Viele finnische Konter können erst am Korb gestoppt werden und auch im Angriff läuft es für die Deutschen nur leidlich gut. Eine für das deutsche Spiel charakteristische Szene ereignet sich in der 9. Minute: die Stürmerin passt ins Leere, weil ihre Mitspielerin nicht geschwommen ist. Vor der Halbzeitpause haben die Deutschen noch einige dicke Chancen, doch auch die Finninen werden mehrfach gefährlich.

Krisengespräch

Krisengespräch

Die Halbzeitbilanz sieht ernüchternd aus: die deutschen Damen konnten bisher nicht das gute Spiel zeigen, das wir von ihnen gewohnt sind und das sie auch gegen Kolumbien gezeigt haben. Konter lassen sie oft schwimmen und am Tor sehen wir zumeist Einzelaktionen. Das ist auch dem aggressiven Forechecking der Finninen geschuldet, durch das sie den Spielaufbau immer wieder unterbrechen.

 

Klammern lautete die Devise der Finninnen

Klammern lautete die Devise der Finninnen

Auch das zweite Anschwim­men geht an Finnland. In der 2. Minute nach der Halbzeitpause begehen die Gastgeberinnen einen Wechselfehler. Das bedeutet 2 Minuten Überzahlspiel für die Deutschen. Natürlich klammern die Finninen was das Zeug hält, um Zeit zu gewinnen. Den Ball gewinnen sie dabei aber nie. Nach ca. 1 Minute haben Regina Pavlovic und Marion Schlue riesige eins-gegen-eins Chancen. Leider bleiben diese ohne zählbares Ergebnis. Der Vorteil der Überzahlsituation ist damit leider vertan.

Bis zur 20. Spielminute verstreichen einige weitere Torchancen. Alle Angriffe von oben werden einfach weggeklammert. Dennoch spielt jetzt nur noch eine Mannschaft: Deutschland. Ein Mittel gegen die starke Verteidigung fehlt ihnen jedoch im Moment. Für einen Wechselfehler geht in der 23. Spielminute Olivia Seeber auf die Bank. Zwei Minuten zittern ist angesagt. Die Finninen zögern nicht lange, schon nach 30 Sekunden starten sie einen Angriff der sich gewaschen hat. Die bewährte Verteidigung kann ihn jedoch wegklammern. Finnland, dadurch ermutigt, ist im Anschluss eine ganze Zeit lang immer wieder gefährlich knapp davor ein Tor zu erzielen. Erst kurz vor Schluss bekommen die Deutschen das Spiel wieder in den Griff, für ein Tor reicht es aber leider nicht.

Das Spiel endet 0:0 unentschieden. Die finnischen Fans sind außer sich und feiern den Punkt wie einen Sieg. Mit so einer Leistung werden sie auch Norwegen im Halbfinale gehörig Kopfzerbrechen bereiten. Die Deutschen müssen sich aber überlegen, wie sie im nächsten Spiel gegen Schweden torgefährlicher werden.

Allerdings, und das muss man der Fairness halber auch betonen, haben wir noch nie eine so starke finnische Damenmannschaft gesehen. Trainer Juhani Honkanen hat sich mit dem Team den ganzen Sommer auf die Weltmeisterschaft vorbereitet, er hat unzählige Videos ausgewertet und so die Grundlagen für das starke Spiel der Finninen geschaffen. Mauern, klammern und im entscheidenden Moment kontern, das ist sein Rezept für diese WM. Wenn nicht schon dieses Jahr, ist sein junges Team zumindest bei der nächsten Weltmeisterschaft in vier Jahren ein heißer Favorit auf den Titel.

Fotos: Steffen Rost / VDST

3 Gedanken zu “Finninnen setzen deutschen Damen zu

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